• 1914
  • 1934
  • 1948
  • 1993
  • Hintergründe

  • Toni Elster, Bremer Hafen, um 1920
  • Plan der Pavillons in den Giardini, 1934, Archivio Storico della Biennale di Venezia – ASAC, © Fondazione La Biennale di Venezia
  • Plan der Pavillons aus dem Katalog der Biennale di Venezia 1948, Archivio Storico della Biennale di Venezia – ASAC, © Fondazione La Biennale di Venezia
  • Nam June Paik, Catherine the Great, Außenansicht Deutscher Pavillon, La Biennale di Venezia, 1993, Foto: © Roman Mensing, artdoc.de
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  • 1914 waren mit Wera von Bartels, Toni Elster (s. Abb.: Bremer Hafen, um 1920) und Marie Seeck erstmals weibliche künstlerische Positionen im Deutschen Pavillon vertreten.

    In der Geschichte des Deutschen Pavillons von 1909–2019 (einschließlich seiner Anfänge als Bayerischer Pavillon) waren 28 Künstlerinnen und 732 Künstler beteiligt. Es wurden sechsmal Kommissarinnen bzw. Kuratorinnen und 51-mal Kommissare bzw. Kuratoren (und ferner eine Vizekommissarin und neun Vizekommissare) beauftragt. Es liegen bisher keine Daten zu nonbinären/diversen Positionen im Deutschen Pavillon vor.

    Die Künstlerinnen:
    Wera von Bartels
    Hilla Becher
    Charlotte Berend
    Maria Caspar-Filser (zweimal)
    Hanne Darboven
    Toni Elster
    Maria Foell
    Katharina Fritsch
    Isa Genzken
    Dora Hitz
    Candida Höfer
    Anne Imhof
    Käthe Kollwitz
    Brigitte Meier-Denninghoff
    Jasmina Metwaly
    Gabriele Münter
    Dora Polster Brandenburg
    Helène Schattenmann
    Johanna Schütz-Wolff
    Marie Seeck
    Katharina Sieverding
    Dayanita Singh
    Renée Sintenis (zweimal)
    Hito Steyerl
    Natascha Süder Happelmann / Natascha Sadr Haghighian
    Rosemarie Trockel

    Die Kommissarinnen/Kuratorinnen:
    Susanne Gaensheimer (zweimal)
    Gudrun Inboden (zweimal)
    Hanna Hohl (Vize)
    Susanne Pfeffer
    Franciska Zólyom

    Diese Daten wurden aus Archivunterlagen des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) erhoben und beziehen sich lediglich auf die Beteiligungen im Bayerischen bzw. Deutschen Pavillon (inklusive des deutschen Beitrags im Französischen Pavillon 2013). Deutsche Beteiligungen in Ausstellungen in anderen Gebäuden wie z. B. in der Hauptausstellung sowie die Beiträge der Deutschen Demokratischen Republik im venezianischen Pavillon oder im Arsenale sind nicht Teil dieser Erfassung.

  • Der Belgische Pavillon wurde 1907 als erster Länderpavillon in den Giardini errichtet. Darauf folgten 1909 die Einweihung des Ungarischen, des Bayerischen (der unter anderem 1912 und 1938 als Deutscher Pavillon mehrfach umgebaut wurde) und des Britischen Pavillons. 1912 öffneten der Französische und der Niederländische Pavillon, wobei letzterer 1953 noch einmal neu errichtet wurde. 1914 folgte der Russische Pavillon. Nach dem ersten Weltkrieg kam 1922 der Spanische Pavillon hinzu, dessen Fassade später erneuert werden sollte. 1926 öffnete der Länderpavillon der damaligen Tschechoslowakei, 1930 der US-amerikanische und 1932 der Dänische Pavillon, der später erweitert wurde. Auch der Venezianische Pavillon wurde 1932 eingeweiht und 1938 weiter ausgebaut. Und im Jahr 1934, aus dem diese Karte stammt, waren erstmals Österreich und Griechenland mit einem Länderpavillon auf der Biennale vertreten.

  • 1948 fand die erste Biennale der Nachkriegszeit statt. Deutschland war nicht offiziell zu einer nationalen Präsentation eingeladen, der Deutsche Pavillon wurde stattdessen für eine Ausstellung über den französischen Impressionismus genutzt. Eine kleine Präsentation deutscher Künstler*innen gab es aber trotzdem: Die “Tedeschi”, die hier im Plan verzeichnet sind, wurden im zentralen Pavillon ausgestellt. Diese war Teil einer Vereinbarung zwischen dem Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlung und Kommissar des Deutschen Pavillons in den Jahren 1934 und 1936, Eberhard Hanfstaengl, und dem Direktor der Biennale, Giovanni Ponti. Da Hanfstaengl wichtige Werke des Impressionismus für die Schau im Deutschen Pavillon auslieh, durfte er im Gegenzug Werke von Otto Dix, Erich Heckel, Karl Hofer, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff und anderen in der zentralen Ausstellung zeigen. 

    Mehr Informationen dazu in: Die deutschen Beiträge zur Biennale Venedig 1895–2007, hrsg. v. Ursula Zeller / ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), Köln: Dumont, 2007.

  • Wenngleich auch schon früher Künstler*innen ohne deutsche Staatsangehörigkeit im Deutschen Pavillon ausstellten, thematisierte der für die Biennale 1993 berufene Kommissar Klaus Bußmann mit der Nominierung von Hans Haacke und Nam June Paik erstmals expliziter die Nationenzugehörigkeit.

    2009 wählte Kurator Nicolaus Schafhausen mit Liam Gillick zum ersten Mal einen Künstler ohne deutsche Staatsbürgerschaft als Einzelposition für den Deutschen Pavillon.

    In den letzten Jahren lösten sich Zugehörigkeiten und Zuschreibungen durch globale Künstler*innenbiografien zunehmend auf.

    In der Geschichte des Pavillons von 1909–2019 waren unter allen Beteiligten (auf künstlerischer und kuratorischer Seite) bisher 750 Positionen mit deutscher Staatsangehörigkeit, 52 mit anderen Staatsangehörigkeiten und 25 mit doppelten Staatsangehörigkeiten vertreten.

    Diese Daten wurden aus Archivunterlagen des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) erhoben und beziehen sich lediglich auf die Beteiligungen im Bayerischen bzw. Deutschen Pavillon (inklusive des deutschen Beitrags im Französischen Pavillon 2013). Deutsche Beteiligungen in Ausstellungen in anderen Gebäuden wie z. B. in der Hauptausstellung sowie die Beiträge der Deutschen Demokratischen Republik im venezianischen Pavillon oder im Arsenale sind nicht Teil dieser Erfassung.